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Die Dauerausstellung

Ausstellungsschwerpunkte

Die Stadtgeschichte Stadthagens, das Wirtschaftsleben im 19. und 20. Jahrhundert und das dörfliche Leben um Stadthagen bilden neben Schaumburger Trachten die Ausstellungsschwerpunkte. Da das Fachwerkgebäude der Amtspforte ein Schmuckstück ist und selbst ein Exponat darstellt – sämtliche Balken sind freigelegt – werden zu Beginn eine Reihe von bauhistorischen Informationen gegeben.

Nach einem Einblick in die Steinzeit, wo Funde verschiedener Mammutknochen sowie steinzeitlicher Werkzeuge beeindrucken, beginnt ein Streifzug durch die Stadthäger Geschichte.

Erste Erwähnungen Stadthagens als Indago comitis Adolphi (Hagen des Grafen Adolf) und später als Grevenalveshagen (Graf-Adolfs-Hagen) gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Stadthagen ist eine planmäßige Stadtgründung des Grafen Adolf zu Schaumburg. Die Stadtrechte werden 1344 verliehen.

Ein Augenmerk richtet sich auf das mittelalterliche Stadthagen sowie auf Stadthagen als Residenzstadt. Der Dreißigjährige Krieg wird gestreift und der große Sohn der Stadt, Anton Friedrich Büsching, vorgestellt. Er hat im 18. Jahrhundert maßgeblich die Entwicklung verschiedener Wissenschaftsdisziplinen geprägt. Erwähnung finden die Ackerbürgerstadt, die Entwicklung zur Industriestadt und der Einfluss moderner Errungenschaften auf die Stadtentwicklung. Schwere Menschenrechtsverstöße in Stadthagen zur Zeit des Nationalsozialismus werden aufgezeigt. Skizziert wird die Entwicklung bis zur Jetzt-Zeit. Aussagekräftige Exponate und Abbildungen unterstützen die geschichtlichen Ausführungen.

Im ersten Stock steht das Wirtschaftsleben im 19. und 20. Jahrhundert im Mittelpunkt. Ins Auge fallen eine Geigenbau- und eine Gold- und Silberschmiedewerkstatt. Carl Bernhard ließ sich in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts mit seiner Geigenbauwerkstatt hier nieder. Sein Ruf als Geigenbauer ging weit über Deutschland hinaus. Später trat Heinrich Schnier in seine Fußstapfen und betrieb die Werkstatt bis Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts.Die Gold- und Silberschmiede von Friedrich Tielking stellt eine Ergänzung zur Trachtenausstellung dar, wurde hier doch unter anderem reich verzierter Schaumburger Trachtenschmuck angefertigt. Sie bestand von 1882 bis 1926.

Der Steinkohlebergbau hat eine viele Jahrhunderte währende Tradition in dieser Region. 1902 wurde die für damalige Zeiten sehr moderne Steinkohleförder- und Industrieanlage >Georgschacht< in Betrieb genommen, die knapp 60 Jahre ihren Dienst tat. Auch dieser große Wirtschaftsbereich wird vielfältig dargestellt.

Gegenstände aus einer Druckerei, Likörfabrik, Buchbinderei und Blaudruckerei sind weitere Beispiele aus dem Wirtschaftsleben der letzten beiden Jahrhunderte.

 

Darüber hinaus ist ein Modell der Stadtpferdebahn zu sehen, die von 1897 bis 1930 gefahren ist.

Historische Fotos von Stadthagen, bezogen auf das jeweilige Wirtschaftsunternehmen, lassen die Vergangenheit lebendig werden.

Das zweite Obergeschoss widmet sich dem bäuerlichen Wohnen rund um Stadthagen und der Herstellung sowie der Pflege von Textilien. Der Flachs und das Leinen haben hier ihren Platz. In diesem Zusammenhang werden Gerätschaften gezeigt, die für die Flachsverarbeitung und Leinengewinnung nötig waren. Typische Möbel dieser Gegend, wie z.B. eine Bauernstube um 1890, rahmen diesen Themenkomplex ein.

 

Insgesamt kann man sagen, dass historische Architektur und zeitgemäße Museumsgestaltung ein gelungenes Ganzes ergeben.